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Protokoll einer Familienratsitzung
Familienrat – geeignet auch für
Familien mit Kleinkindern
Ein Bericht von Sarah
Im vergangenen ¾ Jahr haben mein
Mann Daniel und ich seit der Einführung des Familienrates
sehr viel über die Gleichwertigkeit von Kindern und
Erwachsenen gelernt, eben praktizierte Basisdemokratie. Für
mich als 2-fache Mutter (Philipp ist 5 Jahre und Nadine 2 ½)
war es ein Geschenk, die
Verantwortung des Familienmanagements in den Familienrat
zu geben. Nun sind alle beteiligt und
wachsen daran.
Unsere Sitzung beginnen wir mit der Festlegung der Aufgaben,
wobei auch Philipp die Aufgabe des
Chairman, so heißt bei uns der Vorsitzende, ausfüllt
(flüsternde Hinweise von meinem Mann und mir
nimmt er gerne an) und Nadine ab und zu Chairman-Beisitzerin
ist; beim Protokoll wechseln wir Eltern
uns ab. Wir haben immer Blumen oder eine Kerze und etwas
zu trinken auf dem großen runden
Tisch.
So genießen wir die Ermutigungsrunde am Anfang besonders,
da Philipp immer wieder neue positive
Sachen an uns bemerkt und mein Mann und ich uns somit immer üben,
den Blick auf das Gute
zu richten und es auch zu benennen. Nadine mit ihren 2 ½ Jahren
hat bisher gerne und lächelnd bei
den Ermutigungen für sie zugehört, ab und zu auch „dande“ (=Danke)
gesagt und fühlte sich wohl
auf ihrem Platz. Wenn es ihr doch zu lang wurde, so holte
sie sich selbstständig etwas zum Spielen
aus dem Nebenzimmer und setzte sich damit wieder auf ihren
Stuhl, unter den Tisch oder stellte
sich direkt neben uns; sie war einfach mit dabei.
Ende Mai passierte es: Bei der Frage, wer beginnen möchte
mit der Ermutigungsrunde, streckte als
erstes die kleine Nadine ihren Finger in die Höhe. Chairman
Daniel erteilte ihr das Wort und sie sagte
ganz leise mit Blick auf ihren großen Bruder Philipp: „Fiddy
toll Nani pielen“ was übersetzt heißt,
dass Philipp toll mit ihr spielt. Philipp strahlte übers
ganze Gesicht und Daniel und ich waren wie
vom Donner gerührt, dass sie sich jetzt hier so selbstverständlich
einbringt. Philipp bedankte sich
und Nadine sagte dann noch zu ihrem Vater: „Papa söne
neue Fenster“, womit sie sich bei Daniel
bedankte, dass er es uns durch seinen Job ermöglicht,
die alten und kaputten Fenster auswechseln
zu lassen und nun schöne weiße Fenster unser Heim
zieren. Mein Mann und ich blickten uns an
und ich hatte Tränen der Rührung und des Glücks
in den Augen ob unserer tollen Kinder.
Die restliche Sitzung verlief sehr fröhlich und harmonisch,
wobei wir beschlossen, dass Philipp
Mitglied im Lego-Club werden kann und wir diese Woche einmal
Lachs-Spaghetti kochen und auch
noch auf der Terrasse grillen werden. So schlossen wir die
Sitzung nach 20 Minuten und jeder ging
glücklich seiner Wege. Ich bin überzeugt, dass
durch die frühe Heranführung unserer Kinder an
gemeinsame Entscheidungen und das Reden über anstehende
Planungen, Wünsche und Aufgaben
im Familienrat wir ein sehr gutes Fundament für ihre
Selbständigkeit, Konfliktfähigkeit, Sozialkompetenz
... einfach für ihre Zukunft legen. |
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